Wenn Engel reisen weint der Himmel.

Trifft dieser Spruch zu, muss unsere Ayla ein Erzengel gewesen sein.  Mit Dauerregen, Blitz und Donner machte sie sich auf den Weg in den Hundehimmel.

Fast zehn Jahre war sie ein Teil unseres Lebens. Sie hatte uns fest im Griff, wenn wir auch immer behaupteten, dass es anders herum war.

Als wir sie vor fast zehn Jahren aus der Umgebung von Bremen abholten, heulte sie wie ein Wolf im Auto. Frei und unabhängig wollte sie sein. Und letztendlich war sie es auch bis zum Ende. Stur, wild und immer das letzte Wort habend, krempelte sie unser Leben um. Und wird haben das Leben mit ihr in allen Zügen genossen. 

Tägliche Spaziergänge in unserer tollen Umgebung genoss sie ebenso wie das Toben im Garten mit ihrem Bruder. Unsere Bolonkahündin Lilli war ihre beste Freundin und Therapeutin. Hatte  Ayla Stress - Lilli warf sich vor sie hin, lächelte Ayla an und alles war wieder gut.

 

Jetzt ist sie nicht mehr auf ihrer Decke unter Frauchens Schreibtisch, klaut kein Futter der anderen und keine Leckerlies der Menschen, knurrt unseren Sohn nicht mehr an, kommt er zu spät oder zu laut nach Hause.

Es wird ruhiger bei uns werden.

Eine weiße Rose steht jetzt im Garten.

Vom Fenster seh ich sie - und eine Taube sucht gerade auf dem neu angelegten Rasen nach Futter. Für ihre Jungen - der Kreis der Lebens schließt sich.

Flieg kleine Taube, flieg - und sag Ayla, wenn du sie triffst, dass sie uns fehlt.

 

 

Tschüß, Ayla

 

31. Mai 2013